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Weitere Bilder

Einen Bericht von der Aktion und ein paar weitere Bilder gibt es auch hier bei Indymedia.

Ihr könnt uns natürlich gerne noch weitere Bilder zur Veröffentlichung zuschicken.

Bundeswehr lässt Kritiker_innen verprügeln


Bei der gestrigen Serenade der Bundeswehr vor dem Schloss, protestierten etwa 200 Menschen gegen das Militärspektakel und Auslandseinsätze der Bundeswehr. Kritiker_innen, die das Spektakel mit Fakeln und Marschmusik aus der Nähe beobachten und kritisch begleiten wollten, wurden durch die Polizei angegriffen und zurückgedrängt. Dabei kam es zu gewalttätigen Übergriffen der Polizei.

Die Antimilitarist_innen kritisierten die Militarisierung der Gesellschaft, die Anknüpfung an preußische Militärtraditionen, die in vielen Zeiten zur Propagierung des Militärs genutzt wurden und deshalb die öffentliche Verheerlichung von militärischen Einsätzen. Während in Afghanistan und anderen Ländern, in denen die Bundeswehr aktiv ist, täglich auch unschuldige Menschen sterben, werden hier „unsere tollen Soldaten“ gefeiert.

Es wurde lautstark mit Trommeln, Vuvuzelas, vielen Fahnen und kreativen Konzepten gegen das Spektakel protestiert. Als die Serendade starten sollte, wurde dem AStA, aus dem Musik ertönte, der Strom abgedreht und die Polizist_innen griffen die Demonstrant_innen (die hinter der Absperrung standen) an, um sie Richtung AStA zurückzudrängen. Bei dem Polizeieinsatz gab es mehrere Verletzte. Eine Demonstrantin wurde weggetragen, dann in eine Hecke geworfen und von einem Polizist nachgetreten, bis sie blutete.
Zwei Menschen wurden festgenommen.
Wir verurteilen diesen völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz. Er zeigt, die Bundeswehr ist nicht kritikfähig und lässt Kritiker_innen lieber verprügeln und einsperren.

Trotz alledem waren die Gegendemonstrant_innen auch vor dem Schloss wohl nicht zu überhören und konnten dem Militär zeigen, dass es nicht von ganz Münster akzeptiert und erwünscht ist.

Übersicht

Die Bilder für die Plakate und Flyer sind hier zu finden.

Pressemitteilungen und die entsprechende Berichterstattung gibt es hier

Die Kundgebung der Antimilitarist_innen beginnt vorm Schloss um 21 Uhr.
Bringt Vuvuzelas, Posaunen und alles, was Krach macht, mit.
Partei- und Nationalfahnen könnt ihr ruhig zu Hause lassen.

Jingle

Geplante Aktionen am Mi, 30.6.

21-23 Uhr: Angemeldete Kundgebung zwischen Hindenburgplatz und Schlossplatz

Ansonsten: Seid kreativ, bringt Vuvuzelas („Vuvuzelas für den Frieden“), Trommeln und was euch noch so einfällt, mit!

Partei- und Nationalflaggen könnt ihr zu Hause lassen.

Bundeswehr reagiert – Nur noch kleineres Militärspektakel

Kaum war die Homepage online, meldete sich auch schon die Bundeswehr bei uns, die „Informationsarbeit Lufttransportkommando“. Sie kündigten an, dass auf dem Schlossplatz am 30.Juni kein Großer Zapfenstreich, sondern nur noch eine Serenade stattfinden werde. Auf Nachfrage erklärten sie, dass nicht nur Marschmusik gespielt werde und dass „u.a. das Kommando „Helm ab zum Gebet“ nicht gegeben wird.“

Als Grund wird die „Amtseinführung des neuen Bundespräsidenten am Tag darauf“ genannt, „die das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung in Berlin begleitet und daher für die Veranstaltung in Münster nicht zur Verfügung steht.“ – wir freuen uns, dass die Bundeswehr bereits auf die angekündigten Proteste reagiert und ihr Programm einschränkt.

Trotzdem bleibt auch eine Serenade mit Marschmusik und ein Aufmarsch von Soldaten ein Militärspektakel, welches wir ablehnen. Auch hier soll der Militarismus gefeiert und Krieg propagiert werden. Deshalb finden unsere Protestaktionen wie geplant statt.

Trailer zum ZAPFnix

Hier könnt ihr den Trailer gegen das Militärspektakel anhören:
Trailer

Großer Zapfenstreich am 30. Juni in Münster

Zwischen 1933 und 1945 hielt die Wehrmacht „Große Zapfenstreiche“ auf dem Münsteraner Schlossplatz ab. Heute ist die Geschichtsvergessenheit und Remilitarisierung der deutschen Gesellschaft so weit voran geschritten, dass es kein Tabu mehr ist, militaristische Veranstaltungen in kaum verändertem Stil genau dort abzuhalten, wo es einst das Nazimilitär tat.
Während in Afghanistan getötet und gestorben wird, findet am 30. Juni 2010 vor dem Münsteraner Schloss ein „Großer Zapfenstreich“ statt. Es gibt jede Menge Tschinderassa Bumm, „stimmungsvoll“ eingerahmt von Fackel und Stahlhelm tragenden Soldaten, die auf Befehl stramm stehen, marschieren oder Kommandos brüllen.
Jahreszeitlich bedingt findet das Militärspektakel erst ab 22:30 Uhr statt. In so einer Gespensterkulisse dürfen die Experten fürs Jenseits nicht fehlen. Deshalb heißt es auch wieder: „Helm ab zum Gebet“.
Anlass der Kriegspropagandashow ist der Abzug des bislang in Münster stationierten „Lufttransportkommandos“. Das war bislang in den ehemaligen NS-Militärgebäuden an der Manfred-von-Richthofen-Straße untergebracht.
Mit Abrüstung hat der Abzug jedoch nichts zu tun. Im Gegenteil: es geht weiter nach Eindhoven. Dort ist der Sitz des nunmehr europäischen Lufttransportkommandos EATC (European Air Transport Command). Die Schaffung des EATC stellt eines der wichtigen Ziele der EU, im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) bis 2010 dar. Mit dem EATC soll die Zusammenarbeit bei der Planung und Durchführung von Kriegseinsätzen verbessert werden. Mit EATC und dem gleichzeitigen Bau des Airbus A400M sollen die multinational angelegten EU-Battlegroups, multinationale Einheiten von 1500 SoldatInnen, als schnell einsetzbare „Krisenreaktionskräfte“ in jeden Winkel der Welt gebracht werden. Damit will die EU auch militärisch aus dem Schatten der USA hervortreten. Derzeit ist sie zu einem eigenständigen militärischen Engagement kaum in der Lage. Der Einsatz im Kongo im Jahr 2008 und aktuell der Einsatz der Kriegsflotte am Horn von Afrika zur Sicherung der See- und Handelswege sind „Gehversuche“ der Militärmacht EU.

Genau das wird am 30.Juni vor dem Schloss gefeiert. Verderben wir den Militaristen ihre Party!