Bundeswehr lässt Kritiker_innen verprügeln


Bei der gestrigen Serenade der Bundeswehr vor dem Schloss, protestierten etwa 200 Menschen gegen das Militärspektakel und Auslandseinsätze der Bundeswehr. Kritiker_innen, die das Spektakel mit Fakeln und Marschmusik aus der Nähe beobachten und kritisch begleiten wollten, wurden durch die Polizei angegriffen und zurückgedrängt. Dabei kam es zu gewalttätigen Übergriffen der Polizei.

Die Antimilitarist_innen kritisierten die Militarisierung der Gesellschaft, die Anknüpfung an preußische Militärtraditionen, die in vielen Zeiten zur Propagierung des Militärs genutzt wurden und deshalb die öffentliche Verheerlichung von militärischen Einsätzen. Während in Afghanistan und anderen Ländern, in denen die Bundeswehr aktiv ist, täglich auch unschuldige Menschen sterben, werden hier „unsere tollen Soldaten“ gefeiert.

Es wurde lautstark mit Trommeln, Vuvuzelas, vielen Fahnen und kreativen Konzepten gegen das Spektakel protestiert. Als die Serendade starten sollte, wurde dem AStA, aus dem Musik ertönte, der Strom abgedreht und die Polizist_innen griffen die Demonstrant_innen (die hinter der Absperrung standen) an, um sie Richtung AStA zurückzudrängen. Bei dem Polizeieinsatz gab es mehrere Verletzte. Eine Demonstrantin wurde weggetragen, dann in eine Hecke geworfen und von einem Polizist nachgetreten, bis sie blutete.
Zwei Menschen wurden festgenommen.
Wir verurteilen diesen völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz. Er zeigt, die Bundeswehr ist nicht kritikfähig und lässt Kritiker_innen lieber verprügeln und einsperren.

Trotz alledem waren die Gegendemonstrant_innen auch vor dem Schloss wohl nicht zu überhören und konnten dem Militär zeigen, dass es nicht von ganz Münster akzeptiert und erwünscht ist.